WIR SIND WELTMEISTER

der 37. Jagd Weltmeisterschaft und St. Hubert für englische Vorstehhunde in Nis, Serbien, 24.– 26. Oktober 2015. Organisierendes Land war diesmal die Schweiz.

Teilnehmer der deutschen Mannschaft

Petra Labarre mit Pointer Hündin Field Flyers FIRST FLOWER mit einem 1. Vorzüglich und 8 Punkten. In der Einzelwertung 4.Platz

Nina Paul-Wollmann mit English Setter Hündin Solid Gold´s YOGA mit einem 2. Sehr gut und 4 Punkten. In der Einzelwertung 9. Platz

Ewald Schönau mit Pointer Rüde ASTOR vom Mückenborn und Pointer Hündin XANTA vom Mückenborn

St. Hubert Damen: Mannschaftswertung 3. Platz

Nadja Jeuschede mit English Setter Rüde JOE od Gmizica mit einem 4. Platz. Nina Paul-Wollmann mit ihrer English Setter Hündin Solid Gold´s YOGA mit einem 4. Platz

St. Hubert Herren:

Ewald Schönau mit Pointer Hündin XANTA vom Mückenborn mit einem 9. Platz

Da es keine andere Mannschaft schaffte, zwei Gespanne in höhere Platzierungen zu bringen, führte dies in der Summe zu einem aus deutscher Sicht historischen Erfolg:

1. Platz in der Mannschaftswertung, WELTMEISTER !!!!

Das gab es bis dato erst einmal in der 37jährigen WM-Geschichte. Und dann auch noch alles “MÄDELS“ als Führerinnen mit ihren Hündinnen.

Ebenfalls sehr erfreulich aus deutscher Sicht war das Abschneiden der deutschen Damen Mannschaft bei der St. Hubert Prüfung. Sowohl Nadja Jeuschede als auch Nina Paul-Wollmann konnten mit ihren English Settern, in ihrer Gruppe, den 4. Platz erreichen. In der Mannschaftswertung kamen die Damen somit auf den 3. Platz.

Die Jagd-Weltmeisterschaft wird nach dem Reglement der Fédération Cynologique Internationale (FCI) gerichtet, getrennt nach britischen und kontinentalen Vorstehhunden. Bewertet wird die gezeigte ausgedehnte, aber geländeangepasste Feldsuche im Stil der Rasse, Nasenleistung, Jagdverstand, Vorstehen, Gehorsam und Führigkeit, ggf. das Sekundieren. Die Suchen finden immer paarweise statt. Die Suche zielt auf Rebhühner und Fasane. Das vorgestandene Federwild wird vor den Hunden erlegt und muss auf Kommando apportiert werden. Kommt ein Hund, nach erfolgreicher Feldarbeit in die Wertung, muss er noch einen korrekten Wasserapport an der Ente absolvieren.

Insgesamt nahmen 29 Nationen an der Welt-Jagdmeisterschaft teil. Jede Nation hatte die Möglichkeit, 4 britische, sowie 4 kontinentale Vorstehhunde (plus je einen Reserve Hund) zu entsenden. Das Richten erstreckt sich über zwei Tage, wobei für jede Gruppe am zweiten Tag die Reviere und die Richter gewechselt wurden. Positive Ergebnisse wurden für jeden Hund einzeln addiert, flossen aber auch gleichzeitig in die Mannschaftswertung der einzelnen Nationen ein.

Mit einem 1. Vorzüglich von Field Flyers FIRST FLOWER mit 8 Punkten und 2. Sehr Gut von Solid Golds YOGA mit 4 Punkten sind wir dann Weltmeister geworden.

Zwischen den beiden WM-Tagen findet traditionell die Jagdmeisterschaft „St. Hubert“ statt. Pro Nation können hieran je 2 Damen und 2 Herren (plus Reserve) mit ihren Vorstehhunden (britisch und kontinental) teilnehmen. Diese Prüfung entspricht einer praktischen Jagdsuche mit dem Vorstehhund, wobei neben dem Hund auch der Jäger in den Bewertungsfokus des Richterkomitees rückt. Jeder Teilnehmer bekommt die Möglichkeit, in einem ihm zugewiesenen Revierteil binnen 20 Minuten sein jagdliches Können unter Beweis zu stellen. Es dürfen hierbei 2 Stück Federwild (mit maximal 4 Patronen) vor dem vorstehenden Hund erlegt werden. Neben dem reinen Jagderfolg wird die Kenntnis der Jagdausübung des Teilnehmers, Sicherheit, Umgang mit der Waffe, Geländenutzung, Jagdverstand und Waidgerechtigkeit, sowie selbstverständlich die Zusammenarbeit mit dem Hund und dessen Arbeitsweise, beurteilt. Seit 2002 nehme ich mit den Pointern aus meiner Zucht, in der deutschen Mannschaft, an den Jagd Weltmeisterschaften und St. Hubert, sowie an den Europa Championaten, teil. Die Prüfungen finden in Kroatien, Spanien, Italien, Frankreich und Serbien statt. Seit vielen Jahren wird Serbien als Austragungsort bevorzugt, da der Hühnerbesatz hervorragend ist, seit sie nicht mehr bejagd werden dürfen.

Serbien bietet verschiedene Landschaftsstrukturen. Weite ebene Flächen, eine abwechslungsreiche Klein-Landwirtschaft, sowie hügeliges, buschiges Gelände. Im Herbst zwingt manchmal der sehr tief gepflügte Acker den Hundeführer zu akrobatischen Übungen und die Hunde zu einem Hindernis Lauf. Macht aber schlank. Serbien ist, trotz infrastruktureller Schwierigkeiten, der nahezu perfekte Austragungsort für solche großen internationalen Wettbewerbe.

An kleine Unzulänglichkeiten gewöhnt man sich, wenn man nicht zu hohe Ansprüche stellt, dafür ist in Serbien alles wesentlich günstiger. Seit fünf Jahren trainiere ich zweimal im Jahr meine Pointer in Serbien. Besonders wichtig ist das für die jungen Hunde, sie ausreichend an natürliches Wild zu bringen. Schon am zweiten Tag stehen die erst 5 Monate alten Pointer Welpen fest vor. Im letzten Herbst war ich 2 ½ Monate in Serbien zum trainieren und zu den Prüfungen. Meine jungen, 9 Monate alten Hunde haben sich schon hervorragend in den Paarsuchen platziert, dank der hervorragenden Trainingsmöglichkeiten. Die Mama FLOWER natürlich auch. Die Hunde haben durch die lange Trainingszeit vor den Prüfungen eine top Kondition.

Es finden zweimal im Jahr, 2 Wochen lang im März und November Prüfungen für englische und kontinentale Vorstehhunde statt. Das Training findet folgendermaßen statt: Es wird je nach Revier ein Treffpunkt vereinbart, dort wartet der Revierführer der den oder die Hundeführer den ganzen Tag begleitet und auch das Auto nachfährt. Die Kosten für das Training liegen zwischen € 100,- und € 50,-, je nach Revier, pro Auto und Tag, plus € 20,- für den Revierführer. Für mich sind die Reviere wie ein zu Hause. Ich fühle mich in Serbien sehr sicher, auf der Straße, in der Großstadt Nis oder auch im freien Gelände.

Da sehr viele Personen von den Veranstaltungen leben, wird man, jedenfalls ich, sehr freundlich behandelt. Da ich schon so oft dagewesen bin kennen mich schon alle, das zeigt sich auch im Hotel-Sonderpreis € 16,- pro Nacht mit Frühstück. Die Verständigung ist manchmal etwas schwierig, aber meistens geht es doch mit “Händen und Füßen“ oder etwas Englisch. Viele scheuen sich vor der Fahrt nach Serbien, Flüchtlinge etc., dazu besteht absolut kein Anlass. Es gibt 2 Routen, Ost oder West. Die Ost Route ist zwar etwas länger, dafür aber schneller und bequemer. Über Österreich, Passau, Wien, Ungarn: Budapest, Serbien: Beograd. Nur zweimal eine Vignette lösen . Auf der West Route über Kroatien muss man dauernd anhalten für Maut Gebühren und Grenzkontrollen.

2016 findet die Weltmeisterschaft in Dänemark statt. Aufgrund der positiven Erfahrungen der letzten dort ausgetragenen WM (2005) dürfen wir uns bereits heute auf eine perfekt organisierte Veranstaltung in traumhaften Niederwild-Revieren freuen. Link zur Webseite

Petra Labarre

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LEIDENSCHAFT

Mein erster Pointer war ein Gerippe mit Fell drumherum. Er kam aus einem Tierheim in Südafrika zu mir, ohne das ich wußte das der braun-weiße Hund ein Pointer ist. Er entwickelte sich zu einem schönen, eleganten Rüden der mich 16 Jahre lang begleitete.

Seitdem habe ich mein Herz an diese herrliche Rasse verloren. Die edle Schönheit, der sprunggewaltige, kraftvolle Galopp und das abrupte Vorstehen in höchster Anspannung und Eleganz, vereint mit ihrem sanften Wesen faszinieren mich noch heute. Nach dem Südafrikaner folgte eine weiss-orangene Hündin die meine ersten Hundeführerversuche aushalten mußte. Pointerführer, die ich inzwischen kennen gelernt hatte, infizierten mich mit dem Jagdvirus. So kam ich zu meiner zweiten Pointerhündin Finy vom Leinetal, die auch meine Stammhündin für meine Zucht wurde und die auf Prüfungen ihre Qualität bewies.

Mit Ehrgeiz biss ich mich durch alle Widrigkeiten einer Pointerbesitzerin. Immerwährend und ständig auf der Suche nach Trainingsmöglichkeiten um dort die jagdliche Hundeführung zu erlernen. Als Finy 1 1/2 Jahre war ging es dann endlich richtig los. Noch heute ist es ein Hochgenuss für mich den Pointern bei der Arbeit zuzusehen. Mit welcher Sicherheit sie ein Rebhuhn oder einen Fasan im Feld finden, fest vorstehen und so viel Nerv zeigen endlos lange auf mich, als Führerin, zu warten um mit mir ihre “ Beute“ gemeinsam hoch zu machen. Die Englischen Pointer sind für mich einmalige und faszinierende Hunde.

Petra Labarre